Der erste Kandidat: Der Webdesigner

Kandidat Nr. 1 - der „Dr. Design Director (Univ)“

Ganz leicht ist diese hochkarätige Spezies am jeweils neuesten Apple Notebook Modell zu erkennen, das sie überall mit sich führen. Dass sie meist schwarz gekleidet anzutreffen sind, macht sie umso leichter erkennbar. Das mitgeführte Desinger Handy ist in seiner Größe umgekehrt proportional zur Bildschirmgröße ihres Apples.

Laden Sie einen Vertreter dieser Kategorie zu einem Gespräch, richten Sie sich bitte aufs Zuhören ein. Denn das dürfte das Einzigste sein was Sie tun dürfen, denn die haben immer was zu erzählen. Vom letzten Großaufrag und vom gerade letzter Woche verliehenen Desinger Award in Kastrop Brauxel. Am besten kaufen Sie sich im Vorfeld eines solchen Gespräches ein paar Fremdwörterlexikons. Dabei achten Sie natürlich vor allem darauf, dass Sie auch die jeweils aktuellste Ausgabe erwischen, denn Sie können sich sicher sein, in den Ausgaben des vorletzten Jahres werden Sie viele der Fachbegriffe nicht finden können. Beherzigen Sie diesen Tipp, können Sie wenigstens nach dem Gespräch das eine oder andere doch noch verstehen, wenn Sie sich die Zeit nehmen die Begriffe während des Gespräches mitzuschreiben und nacher auch noch die Mühe machen, nachzuschlagen. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass Sie das schaffen werden, denn während eines solchen Gespräches dürfte mindestens 3 mal das Handy des Experten klingeln und Sie können sich dann weiterer „Fachbegriffe“ erfreuen, die Ihnen das Gefühl geben, Mann, der Mann hat aber Ahnung. Und schon haben Sie wieder ein paar Minuten Zeit gewonnen, sich die vielen Fremdwörter aufzuschreiben

Nur beste Materialien am Bau

Der Design Director ist der festen Überzeugung, dass als „Baumaterial“ für eine Webseite nur an Vollmond gebrochener Marmor und Dachziegel aus zum astrologisch günstigen Zeitpunkt abgebauten Schieferplatten, oder eine andere sündteure Bauweise (Programmierweise) in Frage kommen. Dies ist in seinem Kopf so tief eingebrannt, dass hier jegliche Diskussion sinnlos erscheint. Der Designer, auch als Art Director bekannt, hat diverse Zahlungsverpflichtungen: Leasingrate für Cabrio, Monatsabo Sonnenstudio und Miete für die Penthousewohnung – kurz er muß eine ganze Menge Geld verdienen – und was liegt ihm da näher, jeden Kunden von heute gleich zum Kunden von morgen zu machen.

Wie schafft er diese Abhängigkeit?

Der Trick ist ganz einfach. Sie erhalten von ihm nie die Grundbausteine des Webauftrittes ausgehändigt. So sind Sie bei allen zukünftigen Änderungen und Anbauten auf ihn angewiesen – und er kann ihnen seine Dienste erneut in Rechnungen stellen. Er verwendet „Materialien“ die Sie nicht frei erwerben können und die möglichst so kompliziert sind, dass sie schon nach dem ersten Versuch selber damit umzugehen entnervt aufgeben werden.  Stellen Sie sich einfach ein Haus vor, an dass Sie selber weder einen Wintergarten anbauen, noch auf dem Grundstück eine Garage errichten können ohne die ursprüngliche Baufirma damit zu beauftragen. Das nennt man dann >>Kundenbindung<<.

Wer ist als Kunde mit diesem Experten glücklich und gut bedient?

  • Jeder, der mit seiner Webseite richtig angeben und protzen will
  • Jeder, der zeigen will, dass er sich eine sündteure Website leisten kann
  • Jeder, dem es nicht darauf ankommt, dass die Website praktischen Nutzwert hat sondern nur, dass sie wirklich den allerneuesten Designgag enthält
  • Jeder, dem es egal ist, ob seine Kunden, die eigentlichen Besucher der Webseite, gut damit umgehen können und gerne wiederkommen, sondern dass er ihnen zeigen kann, was heute state of the art ist
  • Jeder dem es egal ist, dass ein Online-Haus vor allem für die Besucher gedacht sein sollte und diesen Nutzen und Information zu bieten hat
  • Jeder, dem es unwichtig ist, ob auch ältere und ungeübte Menschen, Menschen mit Sehschwäche oder einer anderen Beeinträchtigung auch die Website „lesen“ können, sondern der zeigen will, schau her diese Website hat den DesignerPreis 2008 gewonnen
  • Jeder der den Besuchern seiner Website vorschreiben will: „Du musst folgende Bildschirmauflösung und bitteschön den Browser XY benutzen und natürlich den neuesten Flashplayer herunterladen. (Sinngemäß: Sie dürfen mein Haus nur mit Schuhen der Marke „Mike“ und mit blauen Jeans betreten und dabei mindestens 1,80 m groß sein.)


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